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PRESSEMITTEILUNG:

Wiesbaden, 02. Mai 2013
Gesundheit

„Die Lage in den Krankenhäusern ist ernst!“

Der SPD-Landtagskandidat Jens Grode hat sich bei einem Gespräch mit dem stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden und Gesundheitspolitischen Sprecher der hessischen SPD-Fraktion Dr. Thomas Spies, dem Leiter des Rüsselsheimer GPR Klinikums Friedel Roosen, und dem Prokuristen des GPR Klinikums Achim Neyer über die aktuelle finanzielle Lage der Krankenhäuser in Rüsselsheim und Umgebung informiert.

„Das GPR - Gesundheits- und Pflegezentrum Rüsselsheim in kommunaler Trägerschaft steht für eine umfassende Versorgung der Patientinnen und Patienten in Rüsselsheim und Umgebung. Gegen alle direkten und indirekten Privatisierungstendenzen muss es geschützt, und seine finanzielle Basis gesichert werden“, sagte Grode einleitend.
„Das Geld für die Krankenhäuser wird immer knapper“, konstatierte Roosen zu Beginn des Gesprächs. Als gesundheitspolitischer Sprecher der hessischen SPD-Fraktion sei Spies der richtige Ansprechpartner, um über die aktuelle Lage zu diskutieren, und Ideenanstöße zu geben. „Die Lage in den Krankenhäusern ist sehr ernst“, so Roosen. Das Problem sei, dass die Krankenhäuser zu wenig Geld von den Krankenkassen pro Behandlungsfall bekämen. Dies liege daran, dass seit Jahren die gesetzlich mögliche Erhöhung der Vergütung der Behandlungsleistungen deutlich unter den unvermeidbaren Steigerungsraten der Kosten der Krankenhäuser liege. Zudem sei auch die gesetzlich vorgeschriebene Investitionsförderung in Hessen unzureichend. Zu dem Anstieg von Lohn- und Energiekosten kommt auch noch eine Verdoppelung der Haftpflichtversicherungsprämie hinzu. „Einrichtungen, die weniger einnehmen dürfen, als sie ausgeben müssen, können langfristig nicht überleben!“, sagte Roosen. Das Ende der Fahnenstange sei allerdings noch lange nicht erreicht: „Es fehlt uns an Personal! Im Wettbewerb mit anderen Branchen und dem Ausland um die Fachkräfte müssen die Krankenhäuser endlich wieder in die Lage versetzt werden, auf Augenhöhe zu kämpfen. Entsprechend müssen die notwendigen Vergütungs- und Arbeitsbedingungen auch ausreichend finanziert werden. Die - gesetzlich festgelegte - ständige Leistungsverdichtung auf dem Rücken des Krankenhauspersonals muss beendet werden“, forderte Roosen. Im internationalen Vergleich falle Deutschland immer weiter zurück. In Frankreich etwa gebe es pro Einwohner mehr als 50 Prozent mehr Personal in den Krankenhäusern. Gleiches gelte für Österreich oder die USA. Thomas Spies pflichtete Roosen bei: „Die Krankenhäuser brauchen eine anständige, ausreichende Personalstärke! Es gibt Einrichtungen, die nicht einmal Arbeitspläne so erstellen können, dass die Arbeitszeiten der einzelnen Mitarbeiter gesetzeskonform sind!“, sagte Spies. Personalmangel sei aber eine Gefahr für die Qualität und damit für die Patienten. Die hessische SPD fordert deshalb seit Jahren gesetzliche Personalmindeststandards für Krankenhäuser, um dieser gefährlichen Entwicklung entgegen zu wirken. Um das Problem in den Griff zu bekommen, seien strukturelle Änderungen notwendig, um die Attraktivität gerade der Pflege zu erhöhen. „Die Krankenhausarbeitsplätze müssen z. B. künftig familienfreundlicher gestaltet sein.“, so Spies. Die entsprechende Finanzierung dazu müsse erfolgen und auch die Bürokratie sei ein großer Kostenfaktor, erläuterte Roosen: „Die Dokumentation erfordert einen enormen Zeitaufwand“. Darum sei es unumgänglich, Ärzte und Pflegekräfte von bürokratischen Aufgaben zu entlasten.