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PRESSEMITTEILUNG:

Frankfurt, 13. Juni 2013
Flughafen

Flachstartverfahren in die Prüfung

Steilstartverfahren als Ergebnis?

Jens Grode hakt bei Lufthansa erfolgreich nach und eröffnet interessante Perspektive

SPD-Landtagskandidat Jens Grode findet sich mit der Einführung des sogenannten Flachstartverfahrens durch die Lufthansa nicht ab.
Nach einem offenen Brief an die Lufthansa und die Bitte um Unterstützung durch die Fluglärmkommission (FLK) sowie das Forum Flughafen und Region, traf sich der SPD-Politiker jetzt mit Markus Pauly, dem kaufmännischen Leiter für den Hub Frankfurt der Lufthansa.
In dem fast zweistündigen Gespräch machte Grode zunächst seine Verärgerung darüber deutlich, dass die Lufthansa ohne vorherige Beratung und Abstimmung das Flachstartverfahren am Frankfurter Flughafen einführen wollte. Besonders schwer wiege dabei, dass einige Luftverkehrsexperten von einer deutlichen Lärmzunahme im Nahbereich durch dieses Startverfahren warnen.
Pauly erklärte für die Lufthansa, dass sein Unternehmen die Kritik an der geplanten Einführung ernst nehme und deswegen beabsichtige, die Einführung zunächst von einer Testphase abhängig machen zu wollen. Ein ordentliches Monitoring der Fluglärmwirkungen könne dann zeigen, ob durch ein flacheres Abflugprofil tatsächlich Veränderungen in der Lärmausbreitung festzustellen seien.

Jens Grode machte deutlich, dass er im Interesse der lärmgeplagten Anwohnerinnen und Anwohner jeder weiteren Zunahme des Lärms konsequent entgegentreten werde. „Ein geeignetes Untersuchungsverfahren, also ein Monitoring, für eine zeitlich befristete Testphase des neuen Verfahrens darf keinesfalls von Lufthansa bestimmt und durchgeführt werden. Stattdessen muss durch neutrale und anerkannte Experten ein Monitoringkonzept entwickelt, installiert und überwacht werden“, forderte Grode. Dazu gehöre für ihn selbstverständlich auch, dass das Monitoring durch geeignete Messinstrumente an den tatsächlich betroffenen Stellen stattzufinden habe. Vor allem hinsichtlich der Südumfliegung seien die Messergebnisse von großer Bedeutung. „Dort sind seit Inbetriebnahme der neuen Landebahn unerträgliche Lärmbelastungen entstanden!“, kritisiert Grode. Diese könnten nicht noch durch ein verändertes Abflugverfahren, das der Lufthansa finanzielle Vorteile bringe, verstärkt werden.
Pauly sagte zu, dass seitens der Lufthansa die Bereitschaft bestehe, ein transparentes und von neutralen Experten bestätigtes Verfahren durchführen zu lassen. Auch zeigte er Verständnis für die Forderung von Grode, das neue Verfahren sofort wieder einstellen zu lassen, wenn bei den Messungen festgestellt würde, dass mehr Lärm auf die Bevölkerung zukäme.
Grode geht aber noch einen Schritt weiter: Vielleicht zeige sich durch die testweise Einführung und das Monitoring ja, dass im Umkehrschluss steileres Starten nachweislich weniger Lärm verursache. Sollte dies als Ergebnis des Monitorings erkennbar werden, dann fordere er die sofortige Einführung des steileren sog. ICAO-A-Startverfahrens. Dieses werde an einer sehr großen Zahl von internationalen Flughäfen geflogen und wurde auch schon von der Frankfurter Fluglärmkommission gefordert.

Grode kündigte an, über dieses Gespräch hinaus weiter Kontakt zu den Verantwortlichen rund um das Thema Flughafen zu suchen, um jedwede Möglichkeit leiseren Fliegens konsequent ausschöpfen zu können.