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PRESSEMITTEILUNG:

Rüsselsheim-Königstädten, 20. Juni 2013
Besuch bei der WfB Rhein-Main e.V.

„Ein mittelständisches Unternehmen“

Beim Besuch der Werkstätte für Behinderte (WfB) in Königstädten hat sich die Rüsselsheimer SPD-Fraktion über die Arbeit der WfB informiert. Der Geschäftsführer der WfB Rhein-Main e.V., Ernst Brands, begrüßte die Vertreter der SPD-Fraktion und betonte eingangs, dass die WfB ein vielfältiges Angebot für Menschen mit Behinderungen bereithalte. „Über die Jahre ist die WfB zu einem mittelständischen Unternehmen geworden“, erklärte Brands. Der 1965 gegründete Verein eröffnete im Jahr 1976 die Werkstätten in Rüsselsheim. „Zur WfB gehören mittlerweile eine Kita, eine Frühförder- und Beratungsstelle, Wohnstätten, Tagesbetreuungen, ein eigener Fahrdienst und Werkstätten in Rüsselsheim, Biebesheim und Mörfelden-Walldorf“, so Brands. „Eines unserer Hauptprodukte sind die Sicherungsgurte, die wir für die Lufthansa produzieren“, erläuterte der technische Leiter Jürgen Stötzer. Insgesamt fertige die WfB rund 250 Produkte an. Dazu gehören auch die Namensschilder der Lufthansa, sowie Produkte für die DHL und Fraport.

Neben den Werkstätten zählen aber auch Betreuungseinrichtungen und betreutes Wohnen zu den Leistungen, die die WfB bieten. „Im Kreis Groß-Gerau betreuen wir zurzeit etwa 60 Menschen zuhause“, so Brands. Der Landtagskandidat und Fraktionsvorsitzende der SPD, Jens Grode, betonte die Wichtigkeit der Arbeit der WfB. Vor allem die Tagesbetreuung lobte der Fraktionschef: „Auch diejenigen Menschen, die nicht oder nicht mehr in den Werkstätten arbeiten können, haben einen Anspruch auf Betreuung“, sagte Grode. Darüber hinaus forderte Grode den Ausbau ambulanter Wohnplätze seitens des Landes Hessen. „Hier muss dringend nachgebessert werden!“, forderte der Landtagskandidat. Dies war auch eine Forderung von Brands, der die allgemeine Lage auf dem Wohnungsmarkt ansprach. „Die Wohnraumverknappung trifft auch und im Besonderen Menschen mit Berhinderungen!“, kritisierte Brands. Es müsse dringend bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden.

Der Verwaltungsleiter der WfB, Cassius Hillmann, rechnete den Gästen vor, wie sich die WfB finanzieren. „Ohne Hilfsmittel vom Land Hessen wäre die WfB bei weitem nicht finanzierbar“, erläuterte Hillmann. Von den etwa 700 Beschäftigten der WfB seien mehr als die Hälfte Menschen mit Behinderungen. „Wir verfolgen die sogenannte Kleeblatt-Philosophie“, erklärte Hillmann. Man müsse ressourcen-, bedürfnis-, zugehörigkeits- und situationsorientiert arbeiten. „Die Defizite, die einige Mitarbeiter haben, stehen bei uns nicht im Mittelpunkt. Vielmehr geht es darum, Stärken zu erkennen und zu fördern!“, so Hillmann. Außerdem sei es wichtig, Hilfsmittel bereitzustellen, die die Arbeit erleichtern. „Wir achten immer darauf, dass sich die gesamte Gruppe als eine Einheit versteht. Wenn ein Zahnrädchen im System fehlt, stockt der ganze Prozess!“. Das sei wichtig, um das Zugehörigkeitsgefühl zu stärken. Zur erfolgreichen Arbeit der WfB trägt schließlich auch bei, dass auf die individuellen Gemütslagen der Mitarbeiter eingegangen wird. „Insgesamt ist dieses Konzept sehr zielführend. Die ein oder andere Firma wäre vielleicht gut beraten, diese Philosophie auch einzuführen – unabhängig davon, ob sie auch maßgeblich mit Menschen mit Behinderungen arbeitet“, so Hillmann abschließend.