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PRESSEMITTEILUNG:

Rüsselsheim, 24. Juni 2013
Rüsselsheimer Hospizhilfe e.V.

„Der demographische Wandel betrifft auch die Sterbebegleitung!“

Dass die Zahl der älteren Menschen in Deutschland stetig anwächst, während die jüngeren Generationen immer weniger werden, ist schon seit langem bekannt. Die Folgen dieser Entwicklung sind vielfältig und betreffen auch die Arbeit von Hospizhilfe-Vereinen, wie dem in Rüsselsheim.
Bei einem Besuch der Rüsselsheimer SPD-Fraktion haben sich die Stadtverordneten gemeinsam mit den ehrenamtlichen Helfern der Rüsselsheimer Hospizhilfe e.V. ausgetauscht. Der Fraktionsvorsitzende und SPD-Landtagskandidat, Jens Grode, bedankte sich einleitend für das Engagement der Helferinnen und Helfer: „Mit dem Thema Tod ist nicht einfach umzugehen“, sagte Grode, „darum ist die Arbeit der Hospizhilfe besonders wichtig!“. Der zweite Vorsitzende des Vereins, Kurt Pörner, freute sich über das Interesse der SPD-Fraktion. Die Rüsselsheimer Hospizhilfe e. V. ist eine ambulante Hospiz- und Palliativberatungsstelle, die das Ziel hat, Menschen in der letzten, oft belastenden Phase ihres Lebens zu begleiten. „Die Begleitung erfolgt interaktiv mit den Angehörigen, der Koordinatorin, den Hospizhelfern, den Ärzten, dem Pflegedienst und – falls gewünscht – einem Seelsorger“, erklärte Pörner einleitend.

„Im nächsten Jahr feiert die Rüsselsheimer Hospizhilfe ihr 20jähriges Bestehen“, verkündete Pörner und machte damit auch deutlich, dass die Idee der Hospizhilfe damit noch gar nicht so alt ist. Ein Grund dafür sei auch der demographische Wandel. „Dadurch, dass unsere Gesellschaft immer älter wird, steigen auch die Zahlen derjenigen Menschen, die in ihre letzte Lebensphase kommen“, machte Pörner klar. Der Verein zähle fast 300 Mitglieder. „Wir sind etwa 30 aktive Helfer, die in der Sterbebegleitung ehrenamtlich tätig sind“, so Pörner. Im vergangenen Jahr habe die Hospizhilfe so mehr als 100 Menschen begleitet. Dabei gehe nicht nur um Begleitung, sondern sehr oft auch um intensive Beratung. Nicht nur für die Menschen selbst, sondern auch für die Familienmitglieder. „Der Tod ist natürlich nach wie vor ein Tabuthema. Viele Menschen wollen sich damit nicht auseinander setzen, obwohl das manchmal dringend erforderlich ist!“, sagte auch Dr. Christl Rumpf, die im Vorstand tätig ist und sich maßgeblich um das Thema „Patientenverfügung“ kümmert. Es sei vor allem deshalb problematisch, weil die meisten Menschen sich erst dann Gedanken um den eigenen Tod machten, wenn eine bedrohliche Lebensphase bereits eingetreten ist.
Um die Koordination zu gewährleisten, gibt es zwei Mitarbeiterinnen, Veronika Weizsäcker und Susanne Schilder, die hauptamtlich für den Verein arbeiten und die Erstkontakte zu den Patienten herstellen. Raum für Verlust und Trauer bietet das 2008 ins Leben gerufene Café Lichtblick im Haus der Senioren in Rüsselsheim. Ein weiteres Angebot ist die persönliche Unterstützung beim Erstellen der Patientenverfügung. Darüber hinaus bietet die Hospizhilfe eine 24-Stunden-Rufbereitschaft für Hilfesuchende. Finanziert wird der Verein durch Mitgliedsbeiträge, Spenden und Zuschüsse der Krankenkassen. Obwohl die Rüsselsheimer Hospizhilfe e.V. keine kirchliche Einrichtung ist, sind die Verantwortlichen sehr dankbar, dass sie mit ihren Räumlichkeiten im Gemeindehaus der Luthergemeinde untergekommen sind, so Pörner. Das Geld, das der Verein bekomme, sei natürlich knapp: „Es darf sehr gerne gespendet werden!“.

In Zukunft wird sich die Arbeit der Hospizhilfe wohl deutlich vermehren. „Wir haben in diesem Jahr schon mehr als 70 Menschen betreut – und wir haben erst Juni!“, so Dr. Rumpf. Eine weitere Herausforderung sei die wachsende Zahl an Menschen mit Migrationshintergrund. „Wir haben auch einige Helfer, die Fremdsprachen sprechen. Damit ist die Arbeit mit Menschen, die der deutschen Sprache nicht mächtig sind, auch möglich“, verdeutlichte Pörner. Dennoch sei es dringend nötig, mehr Migranten für die Hospizarbeit zu begeistern.

Die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende, Renate Meixner-Römer, sprach auch die Belastung für die Helferinnen und Helfer selbst an. „Es ist sicherlich nicht leicht, sich täglich mit dem Thema Tod auseinanderzusetzen. Gerade deshalb gebührt den Verantwortlichen großer Respekt!“, sagte Meixner-Römer. Pörner stimmte dieser Aussage zu: „Es gehört auch zu unserer Arbeit, für die Helfer selbst intensive Fürsorge anzubieten!“, so Pörner abschließend.

Rüsselsheimer Hospizhilfe e.V.
Spendenkonten:
Kreissparkasse Groß-Gerau: Kto. 2128346, BLZ 50852553
Volksbank Rüsselsheim: Kto. 901 01 06, BLZ 500 930 00