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PRESSEMITTEILUNG:

Rüsselsheim-Königstädten, 16. August 2013
Ortstermin in Königstädten

SPD-Fraktion besucht Rüsselsheimer Tafel

Beim Besuch der SPD-Fraktion bei der Rüsselsheimer Tafel in Königstädten haben sich die Stadtverordneten über die ehrenamtliche Arbeit vor Ort informiert. Die „Rüsselsheimer Tafel“ ist ein ökumenisches Projekt der katholischen und evangelischen Kirchen in Rüsselsheim in Zusammenarbeit mit dem Caritasverband. Insgesamt 110 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer aus und um Rüsselsheim sind derzeit aktiv und helfen bei der Essensausgabe. „Viele Menschen sind auf die Tafel angewiesen. Teilweise trotz eines - schlechtbezahlten - Arbeitsplatzes. Dennoch gibt es Lebensmittel im Überfluss“, erklärte der Fraktionsvorsitzende und Landtagskandidat Jens Grode einleitend. „Die Tafeln bemühen sich um einen Ausgleich – mit ehrenamtlichen Helfern, für die Bedürftigen ihrer Stadt“, so Grode. Michael Eich, katholischer Pfarrer Initiator und geistlicher Begleiter der Tafel erklärte, das Ziel der Tafeln sei es, alle qualitativ einwandfreien Nahrungsmittel, die im Wirtschaftsprozess nicht mehr verwendet werden können, an Bedürftige zu verteilen. Dabei handelt es sich beispielsweise um Brötchen, Brot und Kuchen vom Vortag, Milch und Milchprodukte kurz vor dem Verfallsdatum, Obst mit kleinen Schönheitsfehlern, Fehlabfüllungen und ähnliche Produkte. „Auch die Rüsselsheimer Tafel hat sich dem Ziel verschrieben, Lebensmittel, aber auch Artikel des täglichen Bedarfs, zu organisieren und an Bedürftige zu verteilen“, so Eich. Dafür werden Montag, Dienstag, Mittwoch und Donnerstag zu festen Zeiten in verschiedenen Märkten und Geschäften die Waren mit dem PKW abgeholt, sortiert und an bestimmten Ausgabestellen und zu festen Zeiten den Bedürftigen für einen symbolischen Euro pro Einkauf zur Verfügung gestellt.
Zurzeit sind etwa 950 Menschen bei der Rüsselsheimer Tafel notiert – Tendenz steigend. „Wöchentlich kommen acht bis zehn neue Menschen hinzu“, erklärte Eich. Viele Menschen kommen neuerdings aus ärmeren, europäischen Ländern wie etwa Bulgarien. Gleichzeitig werden aber auch die Lebensmittel, die die Tafel von den Supermärkten bekommen, immer weniger. „Die Märkte kalkulieren natürlich immer genauer. Das ist wirtschaftlich sinnvoll, für uns bedeutet das aber, dass wir auch weniger Nahrungsmittel verteilen können“, so Eich.
Finanziert wird die Tafel größtenteils über Spenden. Etwa 34.000 Euro sind im Jahr nötig, um die Essensversorgung zu gewährleisten. „Die Stadt Rüsselsheim bezuschusst unsere Miete mit 650 Euro monatlich“, erklärte Eich. Viel Geld müsse auch für Benzinkosten ausgebracht werden, da die Lebensmittel direkt bei den Supermärkten abgeholt würden. „Ein Umzug in die Innenstadt wäre natürlich wünschenswert“, berichtete Eich. „Viele Bedürftige leben in der Innenstadt, darum wäre es sinnvoll, auch dort vor Ort zu sein“. Ein Umzug sei aber aus Kostengründen nur schwierig umzusetzen. „Das Ziel ist es aber ohnehin, dass die Tafeln langfristig gesehen nicht mehr nötig sind“, gab sich Eich hoffnungsvoll. Auch Grode erklärte, dass die Tafeln ohne Frage eine große Hilfe für die Bedürftigen seien, „gleichzeitig sind sie aber auch ein Stachel im Sozialstaat!“.
Michael Eich betonte abschließend noch einmal die Wichtigkeit der ehrenamtlichen Hilfe. „Wir suchen auch immer neue Leute, die sich gerne engagieren!“, so Eich. Dabei gehe es nicht nur um die Essensausgabe und Fahrdienste, „es fallen auch immer mal wieder kleine, handwerkliche Arbeiten an. Da wäre es besonders hilfreich, hier Leute zu gewinnen, die kleinere Reparaturen vornehmen können!“. Der SPD-Hospitant Egidio Grano erklärte sich ohne zu zögern für solche Arbeiten bereit und ließ seine Telefonnummer da: „Wenn Not am Mann ist, rufen Sie mich einfach an!“.